Sabine


Polizeiruf 110 aus Rostock

Sabine ist fertig, das sieht man. Halb schlafend taumelnd kommt sie von Schicht. Bukow und König sind auch fertig - Vollsuff. Endlich haben sie zueinander gefunden. Aber das sieht nicht gut aus. Sabine versucht das Beste draus zu machen. Turnschuhe kleben, Donut teilen, das Kind in die Schule wecken. Aber hier ist alles auf Kante genäht und man merkt, das geht nicht mehr lange gut. Der Nachbar im Plattenbau verprügelt sein Frau und brüllt alles zusammen. Stresslevel steigt - war es mal unten? Wenn doch mal Ruhe wäre. Sabine hat keine Lust mehr und Sabine hat ’ne Knarre und die hat sie auch bald im Mund. Sabine will Schluss machen, weil sie dieses Leben nicht mehr aushält. Türen knallen, der Nachbar ist, nach getaner Prügelarbeit, auf dem Weg nach draußen. Sabine macht einen U-Turn. Knarre aus dem Mund und hinterher. Im Vorhof der Hölle des Plattenbaus stellt sie den Nachbarn. Er hat ein Bier dabei - Sabine die Knarre. Und dann knallt‘s. Und dann ist Ruhe. Schöner war‘s nie.

Wenn niemand bei dir is’ und du denkst, daß keiner dich sucht,
und du hast die Reise ins Jenseits vielleicht schon gebucht,
und all die Lügen geben Dir den Rest:
Halt dich an deiner Liebe fest.

(Rio Reiser, Halt dich an deiner Liebe fest)