In 72 Tagen um die Welt

In 72 Tagen um die Welt

Eine Postschlumpf-Post-verbindet-alles-Story

Es war ein schwüler Augustmorgen, als der Postbote die Kellertür aufstieß und sofort das vertraute Leuchten sah. Der alte Schrank in der Ecke schimmerte hinter den verstaubten Briefsäcken in allen Farben. Diesmal war das Licht besonders lebhaft – fast ungeduldig, als wollte der Brief endlich gelesen werden.

Postschlumpf zog ihn hervor. Das Papier war dünn und leicht vergilbt, aber die Handschrift war kraftvoll und schnörkellos. Der Absender: Nellie Bly, irgendwo auf dem Pazifik, Januar 1890.


An wen auch immer dies liest,

ich schreibe diesen Brief auf einem Schiff mitten im Ozean, bei schwerer See und schlechtem Licht. Meine Hand zittert ein wenig – aber nicht vor Angst, sondern vor Aufregung.

Mein Name ist Nellie Bly, ich bin Journalistin. Vor einigen Wochen bin ich in New York aufgebrochen, um die Welt in weniger als 80 Tagen zu umrunden – schneller als Phileas Fogg in Jules Vernes Roman. Alle haben gesagt, das sei unmöglich. Eine Frau allein, ohne Begleitung, quer durch Europa, Ägypten, Ceylon, Hongkong, Japan und zurück? Unmöglich.

Ich bin trotzdem losgefahren. Mit einer einzigen kleinen Reisetasche.

Unterwegs habe ich aus jedem Land Berichte geschrieben und sie per Post nach New York geschickt – an meine Zeitung, die New York World. Aber ich weiß nicht, ob sie ankommen. Ob die Post sie rechtzeitig befördert. Ob überhaupt jemand sie liest.

Kommen meine Briefe an? Liest sie jemand?

Nellie Bly

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Das Jahr ohne Sommer

Das Jahr ohne Sommer

Eine neue Geschichte von Postschlumpf, Ferkel und Küken und dem Postboten und der Ente und Lisa

Es war ein warmer Julimorgen, als der Postbote die Kellertür öffnete und sofort das vertraute Leuchten sah. Der alte Schrank in der Ecke schimmerte hinter den verstaubten Briefsäcken in allen Farben – mal golden, mal tiefblau, wie ein Sonnenuntergang hinter Wolken.

Postschlumpf war als Erster unten. Er schob die alten Sachen beiseite und zog einen Brief hervor, der sich merkwürdig anfühlte – das Papier war rau, fast wie dünnes Holz, und roch nach Sägemehl und Herbstlaub.

Der Absender stand in eckiger, etwas zittriger Schrift in der Ecke: Karl Freiherr von Drais, Mannheim, 1817.

An den geneigten Leser,

ich weiß nicht, ob dieser Brief jemals jemanden erreicht. Aber ich schreibe ihn trotzdem, weil ich möchte, dass jemand versteht, wie es dazu kam.

Vor zwei Jahren brach irgendwo auf der Welt ein Vulkan aus – so gewaltig, dass der Himmel seitdem nicht mehr richtig hell wird. Der Sommer fiel aus. Die Ernte auch. Die Pferde verhungerten, weil es kein Gras und kein Getreide mehr gab. Wer noch ein Pferd hatte, konnte es sich kaum leisten, es zu füttern. Und ohne Pferd kommt man nicht weit.

Ich bin Erfinder von Beruf. Und ich dachte: Wenn es keine Pferde mehr gibt – was dann? Wie kommen Nachrichten von einer Stadt zur nächsten? Wie kommt die Post?

Also habe ich gebaut. Zwei Räder, einen Sattel, eine Lenkstange. Man sitzt oben und stößt sich mit den Füßen ab. Keine Pedale noch, das kommt vielleicht später. Aber man kommt voran – schneller als zu Fuß, ohne Pferd, ohne Hafer.

Ich nenne es Laufmaschine. Die Leute auf der Straße lachen, wenn ich vorbeifahre. Manche rufen mir nach. Aber ich bin schneller als sie.

Ich hoffe, dass diese Idee eines Tages nützlich ist. Auch wenn der Sommer wiederkommt.

Karl von Drais

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Die Erfinderin, die niemand ernst nahm

Die Erfinderin, die niemand ernst nahm

Es war ein grauer Junimorgen, als der Postbote sein Fahrrad aus dem Schuppen schob und Postschlumpf bereits ungeduldig auf der Lenkerstange saß. Die Ente watschelte gemächlich hinterher, und Lisa kam mit Ferkel und Küken um die Ecke gebogen.

„Bevor wir losfahren", sagte der Postbote, „müssen wir kurz in den Keller."

Er hatte in der Nacht ein leises Leuchten unter der Kellertür gesehen. Das kannte er schon. Es bedeutete: Post.

Im alten Fahrradkeller stand, wie immer, der große hölzerne Schrank in der Ecke – mit den verstaubten Briefsäcken und den alten Stempeln darin. Und ganz hinten, hinter allem, das sanfte, bunte Schimmern des Portals. Diesmal lag davor ein cremefarbener Briefumschlag, mit schwarzer Tinte beschrieben, in einer eleganten, festen Handschrift.

Postschlumpf hob ihn auf. Der Absender stand in kleinen Buchstaben in der Ecke: H. Lamarr, Hollywood, Kalifornien.


An wen auch immer dies liest,

mein Name ist Hedy Lamarr. Die meisten Menschen kennen mich als Schauspielerin. Ich spiele in Filmen mit, mein Gesicht ist auf Plakaten zu sehen, und die Zeitungen schreiben über meine Kleider.

Aber das ist nicht, was ich Ihnen erzählen möchte.

Ich bin auch Erfinderin. Zusammen mit meinem Freund George Antheil habe ich ein Verfahren entwickelt, das wir „Frequenzsprung" nennen. Die Idee ist einfach: Ein Funksignal springt blitzschnell zwischen verschiedenen Frequenzen hin und her – so schnell, dass niemand es abfangen oder stören kann. Eine sichere, zuverlässige Art, Nachrichten durch die Luft zu schicken. Wir waren sehr stolz darauf und haben überall davon erzählt.

Die Menschen haben gelacht.

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Verloren in Raum und Zeit

Verloren in Raum und Zeit

Teil 1

Eines Morgens, als der Postbote sein gelbes Fahrrad aus dem Schuppen schob und Postschlumpf bereits mit seiner blauen Mütze und dem blauen Helm auf der Lenkerstange saß, geschah etwas sehr Merkwürdiges. Aus dem magischen Briefportal im Keller – jenem geheimnissvollen Schlitz in der alten Steinmauer, der manchmal Briefe aus anderen Zeiten schickte – flatterte ein Umschlag heraus. Er war silbrig-glänzend, beinahe wie Alufolie, aber viel dünner. Und er roch irgendwie nach… Zukunft.

„Ein Brief!", rief Postschlumpf und hob ihn auf. Die Ente schnatterte aufgeregt und watschelte näher heran. Der Postbote beugte sich über seine Lenkerstange. Auf dem Umschlag stand keine Absenderadresse – nur drei seltsame Zeichen, die wie Blitze aussahen. Und als Empfänger: Postschlumpf und die Postfahrrad-Gang, Irgendwo in der Vergangenheit.

Der Postbote öffnete den Brief vorsichtig. Darin steckte ein einzelnes Blatt, beschrieben in einer kleinen, etwas zittrigen Kinderschrift.


Lieber Postschlumpf, liebe Gang!

Mein Name ist Mika. Ich bin neun Jahre alt und wohne in der Stadt, die ihr kennt – aber viele, viele Jahre in der Zukunft. Mein Opa war Postbote, genau wie eurer. Er hat mir von euch erzählt.

Bei uns gibt es keine Adressen mehr. Keine Hausnummern, keine Straßenschilder, keine Namen an den Briefkästen. Das alles hat eine Software übernommen: die sogenannte Postzustell- und Paketübergabe Software, kurz PUPS. PUPS weiß, wo alle wohnen. PUPS sortiert die Pakete. PUPS sagt den Drohnen, wohin sie fliegen sollen. Die Menschen haben die Schilder abgemacht und die Hausnummern übermalt, weil PUPS das ja alles weiß.

Aber letzte Woche gab es ein Software-Update. Und seitdem ist PUPS kaputt.

Kein einziger Brief wurde zugestellt. Kein einziges Paket. Niemand weiß mehr, wo wer wohnt. Die Drohnen kreisen verwirrt über den Dächern. Die Postboten – die wenigen, die es noch gibt – stehen ratlos vor den Häusern, die alle gleich aussehen und keine Namen tragen. Omas Geburtstagskuchen-Rezept von Tante Hilde ist irgendwo unterwegs und findet sie nicht. Die Apotheke kann keine Medikamente mehr zustellen. Im ganzen Stadtviertel herrscht ein großes Durcheinander.

Mein Opa sagt: „Frag Postschlumpf. Die wissen, wie Post funktioniert, wenn es keine Computer gibt."

Bitte helft uns!

Eure Mika

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Emmas Glückspflanze

Emmas Glückspflanze

Noch eine Geschichte mit Postschlumpf, Ferkel und Küken


„Lisa! Lisa, komm schnell!" Postschlumpf hüpfte aufgeregt vor Lisas Haustür auf und ab. Ferkel und Küken mit ihren glitzernden Helmen standen neben ihm und wackelten erwartungsvoll mit den Schwänzchen. Lisa öffnete die Tür. „Was ist denn los?" „Der Postbote hat uns etwas Unglaubliches zu zeigen! Im Keller! Du musst mitkommen!" Wenig später standen sie alle im alten Postfahrradkeller vor dem magischen Briefportal. Es schimmerte in seinen Regenbogenfarben, und mittendrin schwebte ein besonders alter Brief. Der Umschlag war vergilbt und mit einem roten Wachssiegel verschlossen.

„Dieser Brief", erklärte der Postbote ehrfürchtig, „ist über achtzig Jahre alt. Ich habe die ganze Nacht überlegt, ob wir ihn öffnen dürfen. Aber seht…" Er zeigte auf die Adresse: „An jeden, der Glück in die Welt bringen möchte." Mit zitternden Händen öffnete er den Brief. Heraus fiel ein vergilbtes Blatt Papier, und etwas raschelte im Umschlag. Lisa begann vorzulesen:

„Mein Name ist Emma Sonnentau, und ich bin Entdeckerin. Mein ganzes Leben habe ich die Welt bereist und nach etwas ganz Besonderem gesucht: einer Pflanze, die Glück bringen kann. Nicht durch Magie, sondern durch ihre bloße Anwesenheit. Nach dreißig Jahren Suche habe ich sie gefunden, tief im Tal der stillen Berge. Die Menschen dort nennen sie ‚Herzensblüte’. Jeder, der diese Pflanze in seinem Zuhause hat, fühlt sich friedlicher, fröhlicher und verbundener mit anderen. Das Wunderbare: Sie ist ganz einfach zu ziehen! Jeder kann es. In diesem Brief befinden sich Samen. Pflanzt sie ein, gebt ihnen Wasser und Licht, und schon bald werdet ihr sehen, wie sie wachsen. Die Pflanze hat samtig weiche Blätter in Form von Herzen und kleine, leuchtend goldene Blüten, die nachts sanft glimmen. Teilt die Samen mit allen, die ihr kennt. Lasst das Glück wachsen und sich verbreiten. Das ist mein Geschenk an die Zukunft.

Mit hoffnungsvollen Grüßen, Emma Sonnentau, 1945"

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Das magische Briefportal

Eine neue Geschichte mit Postschlumpf, Ferkel und Küken

Es war ein regnerischer Herbsttag, als Postschlumpf und die Ente wie immer auf der Lenkerstange des gelben Postfahrrads saßen. Der Postbote hatte seine letzte Runde beendet und fuhr zurück zum Posthaus. Die beiden trugen ihre Helme – Postschlumpfs blauen und der Ente ihren weißen – und freuten sich auf einen gemütlichen Nachmittag.

„Ich muss noch das Fahrrad in den Keller bringen", sagte der Postbote und öffnete die schwere Holztür zum Postfahrradkeller. Es war ein alter Raum mit dicken Steinwänden, in dem schon seit vielen, vielen Jahren die Postfahrräder untergebracht wurden. Es roch nach altem Holz und ein bisschen nach den Briefen von früher.

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Das große Rätsel um Ferkel und Küken

Die ganze Wahrheit

Jeden Morgen, wenn die Sonne über den Dächern der kleinen Stadt aufging, begann das schönste Abenteuer des Tages. Der Postbote schwang sich auf sein gelbes Postfahrrad, und schon kamen sie angerannt: Postschlumpf mit seiner blauen Mütze, Ferkel mit den rosa Öhrchen und das kleine gelbe Küken. Alle drei setzten sich nacheinander auf die Lenkerstange – zuerst Postschlumpf, dann Ferkel, dann Küken – und jeder trug einen bunten Helm wegen der Unfallgefahr. Postschlumpfs Helm war blau, Ferkels rosa und Kükens gelb. So fuhren sie durch die Straßen, brachten Briefe und Pakete und erfreuten alle Menschen mit ihrem lustigen Anblick.

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Das große Rätsel um Ferkel und Küken (Teil 2)

Doch dann, eines sonnigen Nachmittags, passierte etwas Wunderbares. Der Postbote fuhr gerade seine letzte Runde, als plötzlich ein Brief aus seiner Tasche wehte und auf die Straße flatterte. Er bemerkte es gar nicht und radelte weiter mit Postschlumpf und der Ente auf der Lenkerstange.

Aber ein Mädchen namens Lisa hatte alles vom Bürgersteig aus beobachtet. „Oh nein, der Brief!", rief sie und sprang schnell von der Bank auf. Sie hob den Brief auf, schaute dem Postboten hinterher und sah, dass er schon fast um die Ecke verschwunden war. Ohne zu zögern, holte Lisa ihr rotes Fahrrad, setzte ihren Helm auf und trat kräftig in die Pedale.

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Das große Rätsel um Ferkel und Küken (Teil 1)

Jeden Morgen, wenn die Sonne über den Dächern der kleinen Stadt aufging, begann das schönste Abenteuer des Tages. Der Postbote schwang sich auf sein gelbes Postfahrrad, und schon kamen sie angerannt: Postschlumpf mit seiner weißen Mütze, Ferkel mit den rosa Öhrchen und das kleine gelbe Küken. Alle drei setzten sich nacheinander auf die Lenkerstange – zuerst Postschlumpf, dann Ferkel, dann Küken – und jeder trug einen bunten Helm wegen der Unfallgefahr. Postschlumpfs Helm war blau, Ferkels rosa und Kükens gelb. So fuhren sie durch die Straßen, brachten Briefe und Pakete und erfreuten alle Menschen mit ihrem lustigen Anblick.

Postschlumpf, Küken und Ferkel vor der großen Tour

Doch eines Morgens geschah etwas Seltsames. Der Postbote kam wie immer mit seinem Fahrrad um die Ecke gerollt, und Postschlumpf sprang erwartungsvoll auf die Lenkerstange und setzte seinen blauen Helm auf. Aber Ferkel und Küken kamen nicht. Der Postbote wartete. Postschlumpf schaute sich suchend um. Nichts. Die beiden waren spurlos verschwunden.

Postschlumpf allein gelassen

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Stadt. „Ferkel und Küken sind weg!", riefen die Kinder. „Niemand hat sie gesehen!", berichteten die Ladenbesitzer. Sofort machten sich alle auf die Suche. Die Bäckerin schaute in ihrem Ofen nach, der Gärtner durchsuchte jeden Busch, die Lehrerin ließ alle Schüler unter den Bänken nachschauen. Die Feuerwehr fuhr mit Blaulicht durch die Straßen und rief ihre Namen. Selbst der Bürgermeister half bei der Suche und ließ Plakate aufhängen: “Vermisst: Ein rosa Ferkel und ein gelbes Küken!”

Aber sie blieben verschwunden. Keine Spur, kein Hinweis, nichts.

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